Hunderasse Australian Shepherd: Eine Rassenbeschreibung

Australian Shepherd Hunderasse

Der Australian Shepherd (australischer Schäferhund) gehört zu den beliebtesten Hunderassen und ist besonders bekannt für seine tolle Fellfärbung, seine blauen Augen sowie seiner hohen Intelligenz. Er ist ein Hütehund und wird auch gerne als Aussie bezeichnet. Warum er trotzdem nicht viel mit Australien zu tun hat und was in sonst zu einem tollen Hund auszeichnet, erfährst du in diesem Beitrag.

Geschichte und Herkunft des Australian Shepherd

Trotz seines Namens beginnt die Geschichte des Australian Shepherd, den wir heute kennen, nicht in Australien. Es gibt sogar keine echte Verbindung dieser Hunderasse mit Australien, sondern mit dem Westen der USA.

Man geht davon aus, dass ausgewanderte Schafzüchter australische Marinoschafe um die 1840er Jahre zusammen mit Vorfahren des Aussie sowie Schäferhunde aus Australien nach Amerika importierten.

Schafzüchter und Hirten tauschten und handelten zusammen mit Schafen ihre mitgebrachten Hütehunde und so entwickelte sich der ausdauernde und kräftige Australian Shepherd. Seit 1872 wird in den USA die Hunderasse offiziell als Australian Shepherd bezeichnet.

Das Aussehen hat sich über die Jahre wahrscheinlich noch stark verändert und man weiß auch nicht genau, welche Hunderassen gekreuzt und für die Zucht verwendet wurden.

Mögliche Vorfahren sind unter anderem langhaarige Collie-Hunde, deutsche Schäferhunde und sogar Dingos (Wildhunde). Die damaligen Farmer, Schafhirten und Züchter strebten nach einem Hund, der fleißig, intelligent und ausdauernd war, um die Schafe und das Vieh zusammentreiben. Es wurden Hunde benötigt, die auch Gänze und andere Nutztiere im Schach hielten und beschützten.

Persönlichkeit, Charakter und Wesen

Der Australian Shepherd ist ein sehr intelligenter und lebhafter Hund. Er wurde ursprünglich gezüchtet, um möglichst selbständig Entscheidungen zu treffen, während er sich um das Vieh kümmerte.

Daher kann er schnell die dominierende Rolle im Haus übernehmen, wenn er nicht von Beginn an eine feste und selbstsichere Führung bekommt. Für Anfänger und unerfahrene Halter könnte ein Australian Shepherd schnell zu einem Problem werden oder diese überfordern.

Als Hütehunde sind sie loyal zu ihrer Familie und von Natur aus nicht aggressiv, doch haben von Natur aus einen ausgeprägten Wachtrieb mit dem sie ihre Familie beschützen.

Sie distanzieren sich auch meist von Fremden und sollten daher bereits früh mit möglichst vielen verschiedenen Menschen und Orten sozialisiert werden. Er möchte Teil von allem sein und ist generell an allem interessiert, was sich um ihn herum abspielt.

Nur im Rudel mit möglichst vielen Menschen oder anderen Hunden fühlt er sich richtig wohl und ein Aussie benötigt einen aktiven Lebensstil, um glücklich zu sein. Er ist kein großer Freund von Veränderungen und mag Dinge, die jeden Tag zur gleichen Zeit stattfinden.

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Seien es seine Mahlzeiten, Spaziergänge oder Schlafenszeit. Wenn es um die Liebe zum Spielen geht, dann wird ein Australian Shepherd nie richtig erwachsen und somit auch bestens geeignet für Familien mit Kindern. Es ist wichtig, seinen Spieltrieb und seine Intelligenz ausreichend zu fordern.

Man sollte auch seine Intelligenz nicht unterschätzen. Es ist eine der klügsten Hunderassen überhaupt. Als Hundebesitzer sollte man also auch aufpassen, von ihm nicht ausgetrickst zu werden. Und so kann der Aussie das Leben eines Menschen zu einem Abenteuer verwandeln.

Er arbeitet und spielt am liebsten von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang und wird mit seiner loyalen und liebevollen Persönlichkeit schnell zum Liebling. Diese vielseitige Hunderasse ist ein wunderbarer Arbeitshund und ein toller Familienfreund, solange diese aktiv ist und den Tag nicht vor dem Fernseher verbringt.

Australian Shepherd Haltung

Ein Australian Shepherd ist ein aktiver und sehr anspruchsvoller Hund. Daher ist er für Anfänger nur bedingt zu empfehlen. Er hat einen hohen Bewegungsdrang und benötigt mindestens 30 bis 60 Minuten Sport oder andere Aktivitäten pro Tag.

Und damit meine ich nicht einfache Spaziergänge, sondern aktive Tätigkeiten, die den Hund ausreichend beschäftigen und körperlich sowie geistig fordern. Es braucht viel Zeit und Mühe, um einen Australian Shepherd zu seiner Zufriedenheit zu beschäftigen. Mit kurzen Spaziergängen und hin und wieder mal etwas mit dem Ball spielen ist es hier nicht getan.

Daher solltest du dir vor der Anschaffung genau überlegen, ob du genügend Zeit zur Verfügung haben wirst und bereit bist, täglich mehrere Stunden mit deinem Vierbeiner draußen zu verbringen.

Aufgrund seiner guten Ausdauer eignet er sich bestens für sportlich aktive Menschen, die gerne joggen, Fahrrad fahren oder reiten. Schon früher war er bei Cowboys beliebt und begleitete diese sogar in so manchen Hollywood-Filmen.

Sie können über einen längeren Zeitraum durchgehend bellen, wenn sie nicht die nötige Bewegung und mentale Stimulation erhalten. Deswegen musst du bereit sein, viel Zeit mit einem Aussie zu verbringen.

Er ist ein richtiges Arbeitstier und benötigt Beschäftigung. Daher solltest du ihn trainieren, bestimmte Dinge zu erledigen. Es müssen ja nicht gleich Schafe oder Vieh sein, doch er wird dir auch mit voller Leidenschaft im Garten helfen oder für dich die Wäsche in den Wäschekorb legen.

Auch, wenn ein Bauernhof mit Vieh wohl das perfekte Zuhause darstellen würde, so kann der Aussie auch in einer Stadt gehalten werden, solange er ausreichend Auslauf und Beschäftigung bekommt. Doch ein Haus mit zumindest einem kleinen Garten sollte hier Pflicht sein.

Der Garten sollte mit einem guten Zaun umzäunt sein, da dieser Vierbeiner keiner Gelegenheit widerstehen kann, sich auf ein Abenteuer zu begeben. Eine Wohnung sollte nicht infrage kommen.

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Eingeschlossen und gelangweilt kann ein Australian Shepherd sehr laut werden und anfangen, sich selbst zu beschäftigen, indem er die Wohnung auseinander nimmt.

Fell und Pflege

Der Aussie ist ein echter Hingucker, welcher sich durch sein attraktives, mittellanges Haar und den mandelförmigen, dunkelbraunen, blauen, grünen oder bernsteinfarbenen Augen von der Masse abhebt. Das Fell des Australian Shepherd ist mittellang und besteht aus zwei Schichten.

Dem Deckhaar und einer dichten Unterwolle. Die Unterwolle hält ihn bei niedrigen Temperaturen warm und schützt einen Australian Shepherd vor Wind und Wetter. Das Fell muss regelmäßig gebürstet werden, um es von losen Haaren, Schmutz und Staub zu befreien und um zu verhindern, dass sich die Haare im ganzen Haus verteilen.

Vor allem aber im Sommer solltest du ihn nahezu täglich bürsten, um tote Haare aus der Unterwolle zu entfernen. Andernfalls kann ein Wärmestau entstehen und dein Aussie aufgrund der dichten Unterwolle während der warmen Jahreszeit schnell überhitzen.

Um die Haarstruktur nicht zu beschädigen, solltest du auf das Fell nur bürsten und nicht scheren. Zudem dient das Fell des Aussie als ein natürlicher Sonnenschutz im Sommer und würde geschoren die Gefahr eines Sonnenbrandes für den Hund erhöhen.

Du solltest deinem Australian Shepherd ein Bad verpassen, sobald der Hund beginnt schlecht zu riechen. Generell bitte nur Shampoo für Hunde verwenden. Pflegeprodukte für Menschen sind eben nur für uns Menschen bestimmt und könnten bei Hunden Hautirritationen auslösen.

Ernährung

Wie viel Futter ein ausgewachsener Hund pro Tag isst, hängt natürlich von vielen Faktoren wie Größe, Körperbau, Aktivität und dem Alter ab. Hunde sind nicht anders als wir Menschen und daher benötigen nicht alle die gleiche Menge an Nahrung.

Ein aktiver Hund wie der Australian Shepherd wird mehr Futter benötigen, als zum Beispiel eine französische Bulldogge. Eine empfohlene Tagesdosis wären 1,5 bis 2,5 Tassen hochwertiges Trockenfutter pro Tag.

Aber wie gesagt, dies lässt sich pauschal nicht bestimmen und so sollte die Menge an Futter für jeden Hund individuell angepasst werden. Dabei spielt auch die Qualität von Hundefutter eine große Rolle. Je besser und hochwertiger es ist, desto besser wird es deinen Hund bei gleicher Menge ernähren.

Du solltest deinen Aussie in guter Form halten, indem du ihn zweimal am Tag mit einer vordefinierten Menge an Futter fütterst. Falls du dir nicht sicher bist, ob er übergewichtig ist, dann kannst du einen einfachen aber praktischen Test durchführen.

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Schaue von oben auf seinen Rücken bzw. Körper. Dabei sollte seine Taille gut sichtbar sein. Oder du legst deine Hände auf seinen Rücken, die Daumen jeweils entlang der Wirbelsäule und die Finger gespreizt nach unten entlang dem Brustkorb.

Du solltest dabei seine Rippen fühlen können, ohne dabei fest drücken zu müssen. Eine dünne Fettschicht über den Rippen ist da normal. Falls du jedoch nichts anderes fühlen kannst, dann ist dein Australian Shepherd höchstwahrscheinlich übergewichtig und benötigt eine Diät beziehungsweise mehr Bewegung. Eventuell solltest du bei Übergewicht auch mit einem Tierarzt sprechen.

Kinder und andere Haustiere

Ein Australian Shepherd ist ein Hütehund und durch den angeborenen Hütetrieb dieser Rasse kann es dazu kommen, dass Kinder und andere Menschen von dem Aussie gehütet werden. Dies kann vor allem dann vorkommen, wenn er keine Herde hat, die er hüten kann.

So müssen ihm diese natürlichen Eigenschaften bereits im jungen Alter abgewöhnt werden, damit er lernt, dass Kinder nicht zu einer Herde gehören. Sobald sie diese Lektion gelernt und verstanden haben, sind Aussies wunderbare und tolle Begleiter für Familien mit Kindern.

Auch die Kinder sollten lernen, wie sie sich einem Hund nähern und wann und wie sie den Vierbeiner anfassen. Kleine Kinder zusammen mit einem Hund sollten immer beobachtet werden, um jegliches Beißen des Hundes sowie Schwanz- oder Ohrenziehen aufseiten der Kinder zu verhindern.

Bereits im Welpenalter sollte die ganze Familie, inklusive Kindern, in die Hundeerziehung mit eingebunden werden. Es ist generell zu empfehlen, eine Hundeschule zu besuchen, damit dem Hund bereits früh die Rangordnung in einer Familie beigebracht wird und er lernt, was er tun und machen darf und was nicht.

Ein Australian Shepherd Hund ist tolerant gegenüber anderen Hunden und generell nicht aggressiv. Doch bei Gefahren oder Notfällen weiß er sich zu wehren und schreckt auch vor größeren Hunden nicht zurück.

Am liebsten hat er natürlich Schafe oder anderes Vieh, welches er hüten kann. Und da die meisten Hundehalter ihm dies nicht bieten können, sollte daher auf genügend Beschäftigung geachtet werden. Ansonsten wird er sich eine Herde selbst suchen. Und da sind Menschen sowie Hauskatzen nicht ausgeschlossen und somit der Ärger vorprogrammiert.

Fazit zum Australian Shepherd

Ein Australian Shepherd ist ein intelligenter, attraktiver und anspruchsvoller Arbeitshund und benötigt unbedingt eine Beschäftigung, um glücklich zu sein. Schaue dir dieses tolle Video an, um noch einmal eine Zusammenfassung zu bekommen und erzähle uns anschließend in den Kommentaren über deine Erfahrungen mit einem Australian Shepherd oder ob du dir einen zulegen möchtest!